Die Clans der Nachtelfen

Die Clans der Nachtelfen

 

Die Nachtelfen halten das Land Südandryll zusammen. Auch wenn formal die Menschen die gleiche Macht im kirchlichen Regierungsrat ausüben, so geschieht doch nichts ohne die Zustimmung der Nachtelfen. Die Nachtelfen verstehen sich als das Volk Lunaris und auch wenn nur wenige Frauen und Männer das Amt eines Priesters offiziell ausüben, so ist die Ausbildung zum Lunarispriester doch selbstverständlicher Teil der Schulausbildung eines jeden Nachtelfen. Die Nachtelfen werden von den Menschen allgemein hoch geachtet und mit Respekt behandelt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Barrieren zwischen den Rassen bestehen würden. Auch wenn die Rassen natürlich gerne unter sich bleiben, so gibt es doch zahlreiche Freundschaften zwischen den Völkern.

Viele Legenden ranken sich auch um die seltenen Fälle, in denen ein Mensch in einen Clan der Nachtelfen einheiratet. Die Jahrtausende alten Clans der Nachtelfen haben im Laufe der Zeit jeweils besondere Eigenschaften und Fähigkeiten herausgebildet, die im Folgenden beschrieben werden sollen:

Die Surahn:

Den Legenden nach die Stammväter aller Nachtelfen. Die Surahn leben auch heute noch überwiegend in der Natur, sei es die Wüste, die Berge oder die Steppen. Wenig ist über diesen Clan - man muss fast sagen Stamm - bekannt, zumal sie den Kontakt zu Menschen meiden. Sie sind wahre Überlebenskünstler und ihre Fähigkeiten als Jäger sind legendär. Sie werden auch meist dafür verantwortlich gemacht, wenn blutrünstige Kreaturen der Nacht, die ein einsames Dorf als Beute ausersehen haben, unerwartet und von unbekannten Mächten niedergestreckt werden, noch bevor sie Schaden anrichten konnten.

Wenige von ihnen leisten als Späher in der Armee Südandrylls ihren Dienst, und ihre Fähigkeiten bleiben ebenso unerreicht, wie ihre Kunst der Pferdezucht, welche die wohl schnellsten, wendigsten und intelligentesten Pferde des Kontinents hervor bringt. Doch leider haben sie keinerlei Interesse an einem Handel mit diesen Tieren, und so ist es für einen Fremden ein außergewöhnliches Glück, ein solches Tier zu besitzen.

Die Nahim:

Sie sind die geistige und geistliche Führung Südandrylls. Sie werden als stets ruhig, überlegt und bedächtig beschrieben. Laute Worte und hitzige Diskussionen sind nicht ihre Art, aber wenn es darum geht, verzwickte Situationen zu analysieren oder Lösungen zu finden, sind sie ganz in ihrem Element.

Eine Gesprächsrunde, an der ein Nahim beteiligt ist, wird von Teilnehmern oft als regelrechte Wohltat beschrieben. Das Sammeln von Wissen ist ihre Hauptbeschäftigung und wer Einblick in ihre Häuser erhält, wird feststellen, dass diese eher Bibliotheken, denn Wohnungen gleichen.

Sie stellen auch die meisten Priester in den Tempeln der Nachtelfen und bilden die Priesterschaft der Menschen aus. Auch die Stimmen Lunaris auf dem Berg Ashira il-Mawaq sollen der Legende nach dem Clan der Nahim angehören.

Die Thura:

Sie stellen traditionell die Diplomaten der Nachtelfen. Sie sind eng mit den Nahim verwandt, sind jedoch vom Wesen her aufgeschlossener und eher bereit, Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen, um Südandryll überall in der Welt zu vertreten. Viele von ihnen leben als absolut loyale und zuverlässige Botschafter Südandrylls in zahlreichen Ländern der bekannten Welt.


Die Haran:

Sie sind die Könige der Händler. Da sie sich als einziger Clan in erster Linie dem profanen Gelde widmen, sind sie bei den anderen Clans nicht allzu hoch angesehen. Auch werden - nicht ganz zu unrecht - die Haran stets als erste verdächtigt, wenn irgendwo ein Halbelfenkind mit unbekanntem Vater zur Welt kommt. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, daß ein solches Kind meist in ansehnlichem Luxus aufwachsen wird. Nicht zuletzt ist auch die Zahl der Heiraten mit Menschen in diesem Clan am höchsten.

Doch niemand ziert sich lange, wenn es darum geht, das ausufernde Angebot an Waren aus aller Herren Länder zu nutzen, das die Haran ins Land bringen. Von den anderen Händlern und ihren Lieferanten werden die Haran als stets ehrliche und zuverlässige Partner hoch geschätzt.

Die Akhor:

Dieser Clan bringt seit jeher die fähigsten und härtesten Krieger hervor, die es unter den Nachtelfen gibt. Hochrangige Nachtelfen in der Armee sind so häufig Akhor, daß es sich eingebürgert hat, elfische Offiziere mit dem Vornamen anzusprechen, da der Nachname sowieso fast immer „Akhor“ lautet. Die Uniform der priesterlichen Garde geht auf die Tracht ihres Clans zurück, und auch heute ist die Ähnlichkeit noch so groß, dass Reisende einen traditionell gewandeten Angehörigen der Akhor zunächst für ein Mitglied der Garde halten könnten.

Als Leibwache werden die Akhor hoch geschätzt und fürstlich entlohnt, was dem gesamten Clan zugute kommt. Lediglich ihr manchmal fanatischer Glaube wird nicht so gerne gesehen, und wer sich gar zu Verhandlungen mit Wesen der Dunkelheit oder Fanatikern eines anderen Glaubens veranlasst sieht, sollte besser auf andere Leibwachen zurückgreifen, wenn er Verwicklungen vermeiden will.

Die Aufnahme von Menschen in ihren Clan ist beinahe so häufig, wie bei den Haran, da mutige und tapfere Krieger und Kriegerinnen unabhängig von ihrer Rasse höchstes Ansehen genießen.